Du betrachtest gerade Klimaschutz ist Standortpolitik

Klimaschutz ist Standortpolitik

Vielen Dank an den Arbeitskreis Klimaschutz der lokalen Agenda 21 Rottweil für die Einladung zur Podiumsdiskussion.

Bei der Diskussionsrunde wurde deutlich: Klimapolitik entscheidet über die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts, über Lebensqualität im ländlichen Raum und über die Verantwortung gegenüber kommenden Generationen.

Als Industriemeister und Führungskraft im Mittelstand weiß ich: Wirtschaft braucht Verlässlichkeit. Genau deshalb dürfen wir unsere Klimaziele nicht aufweichen

Klimaziele verteidigen – Planungssicherheit schaffen

Für mich ist klar: Die Klima- und Sektorziele dürfen nicht abgeschwächt werden. Unternehmen investieren nur, wenn Rahmenbedingungen verlässlich sind.

Im Zentrum muss stehen, Emissionen zuerst zu vermeiden. Energieeffizienz und Energiesparen sind der schnellste und günstigste Hebel. Gleichzeitig müssen wir die Energie- und Wärmewende deutlich beschleunigen. Gerade im Gebäudebereich entscheidet sich, ob wir unsere Ziele erreichen: Sanierungen müssen schneller, einfacher und bezahlbarer werden. Wärmenetze gehören ausgebaut, industrielle Abwärme stärker genutzt und öffentliche Gebäude konsequent energetisch modernisiert.

Das Land muss Vorbild sein mit einer klimaneutralen Landesverwaltung bis 2030 und mehr Photovoltaik auf landeseigenen Dächern.

Industrie dekarbonisieren – Wohlstand sichern

Baden-Württemberg ist Industrieland. Und es soll Industrieland bleiben.

Die Dekarbonisierung der Industrie ist deshalb kein Risiko, sondern eine strategische Aufgabe. Wer jetzt in klimafreundliche Technologien investiert, sichert Arbeitsplätze und Wertschöpfung. CO₂-Speicherung darf nur für unvermeidbare Emissionen eingesetzt werden und wirklich nur als letztes Mittel. Gleichzeitig müssen wir unsere natürlichen CO₂-Senken wie Moore, Wälder und Auen konsequent schützen und stärken.

Klimaschutz ist Modernisierungspolitik.

Erneuerbare Energien ausbauen – Tempo und Flächen sichern

In der Diskussion wurde deutlich: Wir reden nicht nur über Gigawatt-Zahlen, sondern über konkrete Voraussetzungen.

Drei Prozent der Landesfläche müssen für erneuerbare Energien reserviert werden. Genehmigungsverfahren müssen schneller werden. Der Ausbau der Windkraft gehört beschleunigt, ebenso wie Photovoltaik auf Dächern, Parkplätzen, Lärmschutzwänden und öffentlichen Gebäuden.

Auf Bundesebene darf die Ausbaudynamik nicht nachlassen. Berlin darf die Länder beim Windkraftausbau nicht ausbremsen. Erneuerbare Energien sind die Grundlage für bezahlbare Energiepreise und industrielle Wettbewerbsfähigkeit.

Verkehr und Gebäude – Jetzt die Problemsektoren anpacken

Gerade im Verkehrs- und Gebäudesektor brauchen wir mehr Tempo.

Im Gebäudebereich heißt das: kommunale Wärmeplanung konsequent umsetzen, Sanierungen vereinfachen, Wärmenetze ausbauen und öffentliche Gebäude modernisieren.

Im Verkehr brauchen wir eine echte Mobilitätsgarantie, besonders im ländlichen Raum. Stillgelegte Bahnstrecken müssen reaktiviert, das Regiobus-Netz gestärkt und die Schieneninfrastruktur modernisiert werden. Gleichzeitig müssen wir die Ladeinfrastruktur weiter ausbauen und mehr Güter auf die Schiene bringen.

Klimaschutz darf nicht gegen den ländlichen Raum arbeiten, er muss ihn stärken.

Schreibe einen Kommentar